07. Mai 2010
Ich sitze bereits seit anderthalb Stunden in der UB (es ist 11 Uhr) und versuche meine Panik bezüglich meines Termindruckes mit Taten zu bekämpfen. Eigentlich hätte ich heute ein Seminar gehabt, von neun bis elf – Germanische Glaubensgemeinschaft – aber meine Panikattacke gestern Abend hat mich dazu gebracht, heute doch anders zu planen. Ich bin kurz vor acht aufgestanden (war gestern bis halb eins wach) und war trotz allem sehr munter. Frühstück und Kaffee und dann ab in die UB.
Ich kam jetzt ganz gut voran, was wohl auch daran liegt, dass der Kaffee wie immer meine Lernmotivation in die Höhe getrieben hat und das auch zusätzlich noch durch Musik gesteigert wird.
Ich habe schon früher festgestellt, dass sich vor allem Jethro Tull sehr gut eignet, im Hintergrund zu laufen, während ich beispielsweise Novalis’ „Europa“ auseinandernehme. Denn gerade mit Musik, mit der man vertraut ist, lässt sich sowas besser machen. Daher bin ich gerade glücklich, weil ich gute Musik höre, während ich produktiv bin. Außerdem stimmt es wirklich: „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ – denn obwohl ich schlecht aus den Bett komme und auch dazu neige, schnell Kopfschmerzen zu bekommen, wenn ich zu wenig Schlaf hatte (und mag es nur eine Stunde weniger sein), bin ich eigentlich eher der Morgenmensch. Da bin ich voller Tatkraft und voller Energie. Ich liebe außerdem die frische und klare Luft am Morgen.
Mehr als drei Stunden später. Meine Hand schmerzt, habe ja immerhin fünf Seiten herausgeschrieben. Trotzdem nicht gut.
Ich habe gerade festgestellt, dass alle, mit denen ich mich in meiner Hausarbeit irgendwie beschäftigen wollte, Friedrich heißen. Da musste ich doch ganz schön grinsen, zumal sie alle zu einem Kreis gehörten. Friedrich von Hardenberg genannt Novalis, Friedrich Schlegel und die zwei frühromantischen Philosophen Friedrich Schleiermacher und Friedrich Schelling. Und drei davon haben auch noch einen mit „Sch“ beginnenden Nachnahmen.
Zwei Jethro-Tull-Alben und ein unerwartet gefundenes Blur-Album weiter bin ich jetzt bei dem Soundtrack von „Oldboy“ und dessen Interpretation von Vivaldis „Winter“. Inzwischen habe ich etwas mehr als zwei Seiten meiner Hausarbeit geschrieben und bin gerade dabei, Schlegels „Über die Mythologie“ zu erarbeiten. Bin im Moment nicht ganz sicher, inwiefern ich die Rede gebrauchen kann, obwohl ich mich zugegebenermaßen in Unkenntnis ein bisschen auf sie gestützt habe. Inzwischen zweifle ich wieder einmal, ob ich den Begriff Mythologie richtig verstehe.
Nächster Tag:
War danach noch auf der Kleinmesse, die dieses Jahr sooo lohnenswert ist! Total viele Fahrbetriebe und mir ist jetzt noch irgendwie ein bisschen schlecht....Frisbeeee!! Aber der Abend war echt schön und ich war insgesamt 3 Stunden auf der Kleinmesse. ^^
Was ich aber irgendwie sehr gruslig fand, war die extrem große Menge an aufgetussten Teenies. Es war nämlich schon etwas sehr außergewöhnliches, wenn man mal ein Mädchen in diesem Alter fand, das nicht meterdicke Schichten an Make-Up, total frisierte Haare und einen Klamottenstil "Reiß-mich-auf" hatte. Wie auf einem fremden Planet kam man sich da vor und fragt sich, wie die Entwicklung der heutigen Jugend so an einem vorbeigehen konnte. Hübsch waren sie dadurch nicht, sie wirkten nur unglaublich viel älter - so um die 35. *schüttel*


