Mansfield Park
Heute habe ich den lieben langen Tag nichts anderes gemacht, als Mansfield Park von Jane Austen zu Ende zu lesen. Stolz und Vorurteil sowie Emma kenne ich bereits - und auch wenn so einige Mansfield Park für eine großartige Gesellschaftssatire halten, kann ich mit Fanny Price recht wenig anfangen. So tugendhaft und standhaft sie auch sein mag - es fehlt ihr eindeutig der Charme von Emma oder den Bennet-Schwestern. Man hat sogar eher das Gefühl, dass Fannys "bemerkenswerte Willenstärke", die sie trotz ihres demütigen und schüchternen Wesens besitzt, sowie alle anderen moralischen Eigenschaften, eher der Schilderung einer perfekten (Ehe-)Frau der damaligen Zeit dienen als dass man diese wirklich lobenswert finden kann. Natürlich besitzen alle Figuren Austens, die ich bisher kennen gelernt habe, gewisse Schwächen und Mängel. Aber Fanny hat über 600 Seiten (in meiner Ausgabe) Zeit, endlich mal den Mund aufzutun und ihre angebliche Willensstärke in Worte zu fassen, was sie aber leider nur äußerst selten über sich bringt. Einen Teil des Romans verbringt sie sogar im Hintergrund des Romangeschehens und bis auf gelegentliches moralisches Entrüstetsein über das Verhalten ihrer zum Großteil verkommenen Verwandtschaft hört man kaum etwas von ihr.
Spannend wird es dann, als endlich die Bagage ihrer nervigen jüngeren Verwandschaft infolge von Ehe und Genusssucht aus Mansfield Park verbannt sind - denn dann macht sich der Lebemann Henry Crawford an Fanny heran. Doch auch das zieht sich dann ein wenig über viele, viele Seiten, in denen er mit Unterstützung ihres Vormunds und sogar ihrer heimlichen Liebe (Cousin Edmund, der Schwester des Verehrers verfallen) um Fanny wirbt und sie sein Werben zurückweist, ohne aber je einmal wirklich laut zu werden. Nebenbei leidet sie unter der Liebe ihres Edmunds zu Mary Crawford, auch das über 600 Seiten lang.
Das Ende verrate ich nicht. Bis ungefähr 100 Seiten vor Romanende ist nämlich ziemlich unklar, wie das alles ausgehen soll, da Edmund sich mit Mary zu verheiraten gedenkt, und Henry, der Fanny wirklich liebt, immer weiter um sie wirbt. (Neben den spitzfinden Darstellungen der ganzen fast ausnahmslos wenig liebenswerten Charaktere wohl der einzige Vorzug dieses Romans.)
Alles in allem hat der Roman mir schon recht gut gefallen, auch wenn ich mich weder mit Fanny noch mit Edmund und erst recht nicht mit dem Rest der Charaktere wirklich anfreunden konnte. In dieser Hinsicht weit hinter den anderen Romanen von Austen zurückfallend.
Übrigens: Mrs. Norris, die gehasste Katze aus Hogwarts, wurde nach einer Tante Fanny benannt, der berühmt-berüchtigten....ja, richtig! Mrs. Norris!
Sie ist wirklich ein unglaublich ätzender Charakter, schade, dass ihr nie jemand mal eine gescheuert hat. *grr* Sie glaubt, sie sei die Weisheit und Güte in Person, sie glaubt, sie leitet als Verwandte/Pseudohaushälterin Mansfield Park und ist generell für alles Gute verantwortlich - und ist auch die einzige, die diesem Glauben erliegt. Ganz furchtbare Person! >.< Aber sehr sarkastisch dargestellt. *grins*
Spannend wird es dann, als endlich die Bagage ihrer nervigen jüngeren Verwandschaft infolge von Ehe und Genusssucht aus Mansfield Park verbannt sind - denn dann macht sich der Lebemann Henry Crawford an Fanny heran. Doch auch das zieht sich dann ein wenig über viele, viele Seiten, in denen er mit Unterstützung ihres Vormunds und sogar ihrer heimlichen Liebe (Cousin Edmund, der Schwester des Verehrers verfallen) um Fanny wirbt und sie sein Werben zurückweist, ohne aber je einmal wirklich laut zu werden. Nebenbei leidet sie unter der Liebe ihres Edmunds zu Mary Crawford, auch das über 600 Seiten lang.
Das Ende verrate ich nicht. Bis ungefähr 100 Seiten vor Romanende ist nämlich ziemlich unklar, wie das alles ausgehen soll, da Edmund sich mit Mary zu verheiraten gedenkt, und Henry, der Fanny wirklich liebt, immer weiter um sie wirbt. (Neben den spitzfinden Darstellungen der ganzen fast ausnahmslos wenig liebenswerten Charaktere wohl der einzige Vorzug dieses Romans.)
Alles in allem hat der Roman mir schon recht gut gefallen, auch wenn ich mich weder mit Fanny noch mit Edmund und erst recht nicht mit dem Rest der Charaktere wirklich anfreunden konnte. In dieser Hinsicht weit hinter den anderen Romanen von Austen zurückfallend.
Übrigens: Mrs. Norris, die gehasste Katze aus Hogwarts, wurde nach einer Tante Fanny benannt, der berühmt-berüchtigten....ja, richtig! Mrs. Norris!
Sie ist wirklich ein unglaublich ätzender Charakter, schade, dass ihr nie jemand mal eine gescheuert hat. *grr* Sie glaubt, sie sei die Weisheit und Güte in Person, sie glaubt, sie leitet als Verwandte/Pseudohaushälterin Mansfield Park und ist generell für alles Gute verantwortlich - und ist auch die einzige, die diesem Glauben erliegt. Ganz furchtbare Person! >.< Aber sehr sarkastisch dargestellt. *grins*
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